
Das Wort Zinken oder Zink bezeichnet die geheime Verständigung durch Laute, Gestik oder Mimik, vor allem aber durch grafische Zeichen, die seither von Angehörigen des „fahrenden Volks“ benutzt und meist nur von ihnen verstanden worden sind.

Rotwelsch und Zinken waren Ausdrucksmittel einer Bevölkerungsgruppe, die ständig mit Repressionen rechnen musste. Dazu rechnete man Verbrecher und kleine Gauner, aber auch Bettler, Hausierer, Zigeuner, Landstreicher, Kesselflicker und andere Vaganten. In der bürgerlichen Gesellschaft, die sich seit dem späten 18. Jahrhundert entwickelte, bildeten sie den „standlosen Stand“, der von Seiten der sesshaften Bevölkerung stets misstrauisch beobachtet wurde. Man musste daher geheime Kommunikationsformen entwickeln und benutzen, um die eigenen Ziele zu erreichen.

Grafische Zinken wurden mit Kreide, Kohle oder Rötel gezeichnet oder direkt in den jeweiligen Untergrund eingeritzt. Sie waren vornehmlich an Orten zu finden, die von vielen möglichen Adressaten aufgesucht wurden: auf Toiletten in Wirtshäusern oder Bahnhöfen, an Ortseingängen und -ausgängen, an Kirchen- und Klostermauern. Inhalte der grafischen Zinken waren meist Informationen für Nachreisende. Mitteilungszinken informierten zum Beispiel über kriminelle Aktivitäten, günstige Gelegenheiten zum Betteln, kostenlose Mahlzeiten oder Schlafplätze. Erkennungszinken ermöglichten es, bestimmte fahrende Leute zu identifizieren. Richtungs- oder Wegweiserzinken teilten mit, in welche Richtung einzelne Personen oder Gruppen weiter gezogen waren.

- Eine spezielle Gruppe der Mitteilungszinken waren die Bettlerzinken. Sie verwiesen auf den Ursprung der Zinken – mehrfach hatten sich marodierende Banden aus Bettelorden entwickelt – und gaben Auskunft darüber, ob man fromm oder zudringlich auftreten sollte, ob nur Frauen oder womöglich ein Polizeibeamter das Haus bewohnten, ob eine Mahlzeit nur gegen Arbeit zu bekommen war usw.
- Erkennungszinken bezeichneten Familien und Einzelpersonen und hatten für ihre Träger einen hohen Stellenwert. Bewusste Nachahmungen galten als schwere Kränkung und wurden entsprechend vergolten. Solche Zinken hatten häufig Ähnlichkeit mit Wappen und waren wie diese aus bestimmten Grundformen zusammengesetzt, etwa aus Tierdarstellungen und geometrischen Figuren, angereichert mit Schmuckelementen wie Schlangenlinien und dergleichen. Mitunter wurden auch Siegelringe mit diesen Motiven angefertigt.
Gaunerzinken

Gaunerzinken bildeten die größte Gruppe der Mitteilungszinken. Komplizen konnten damit angeworben werden, Nachrichten über Verhaftungen, Flucht, Geständnisse oder Verrat wurden verbreitet, ebenso Informationen über geplante Straftaten und mehr oder weniger geeignete lokale Verhältnisse. Die Gaunerzinken gehörten zum Alltagsleben der Räuber. Hier links sieht man einfache, stereotype Zeichen die den Gaunern vor allem in der Gefangenschaft geholfen haben.
Weitere Zinken wären noch die Wegweiser und Personenzinken, übliche Zeichen zur Angabe von Begleitpersonen waren:
| = Mann 0 = Frau i = Kind
Richtungs- oder Wegweiserzinken wurden vornehmlich an Weggabelungen angebracht, auf Steinen, an Bäumen oder auf dem Boden. Ihr Aufbau war weitgehend gleichartig: ein Pfeil gab die Richtung an, ein Datum den Tag der Abreise, lange oder kurze Striche bezeichneten Männer und Frauen, kleine Kreise oder andere Symbole stellten Kinder und Tiere dar. Durch Kombination mit einem Erkennungszinken ergaben sich für nachfolgende Reisende sehr präzise Informationen.

Der Zinken links bedeutet “Gegend ist unsicher”. Es meint das man nach links, oder rechts gehen sollte, jedoch nicht geradeaus!
Der Zinken über dem Text gibt den Richtigen Weg an, der mit drei Kreuzen gekennzeichnet ist. Der folgende Zinken hat eine sehr einfache bedeutung: Geld…

Hier ein paar Personenzinken, die den Gaunern zur Identifikation ihres “Handwerks” dienten:

Quellen
Wikipedia Artikel: Zinken aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Michail Krausnick:Von Räubern und Gendarmen Arena-Verlag Würzburg, 1978
Grafiken: Bis Gaunerzinken Wikipedia. Ab Gaunerzinken: Jan Ellers
