Der Stamm

Den Pfadfinderstamm Stamm Kochemer Jent gibt es seit 1982, also schon über ein viertel Jahrhundert. Seither sind wir in Neckargemünd und der ganzen Welt aktiv. Doch was sind überhaupt Pfadfinder? Eine kurze Erklärung findet ihr auf der Seite unseres Verbandes Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Pfadfinder sein bedeutet vor allem natürlich Spaß haben, doch auch Verantwortung übernehmen, für sich und andere, Pfadfinder bedeutet Internationalität und soziales Engagement.

In Neckargemünd sind wir cirka 30 aktive Pfadfinder. Was uns noch so auszeichnet könnt ihr erfahren indem ihr einfach weiter lest oder euch ein wenig durch die Seite klickt.

Unser Wimpel

Unser Stammeszinken und Wimpel, den man oben links in dieser Homepage sehen kann, besteht aus 3 Teilen. Den beiden Buchstaben aus den Jüdischen K und J die für Kochemer Jent stehen. Sie kommen aus dem Jiddischen da die Sprache Rotwelsch starke Einflüsse aus dem Jiddischen hat.
Des weiteren aus einem weißen Kragenlosen Hemd welches bei der Entstehung des Wimpels als unsere Stammeskluft angedacht war aber nicht umgesetzt wurde.
Der Dritte teil ist ein Zinken wie er bei Räubern üblich war. Er bedeutet dass man aus der Gemeinschaft sinnbildlich die Gesellschaft herausgeht und ein anderes Ziel verfolgt.

Unsere Philosophie - Ein kurzer Abriß des Kochemer Lebens

Unsere besonderen fahrtentechnischen und musischen Fertigkeiten in unserem Stammesleben und auf unseren Fahren sind es, die uns von denen unterscheiden, die wittisch sind. Wittisch ist das rotwelsche Wort für seßhaft. In den Zeiten der großen Räuberbanden waren damit Bauern und Stadtbewohner gemeint. Für uns sind es heute Menschen, deren Gewohnheiten sie geistig seßhaft, das heißt faul und unbeweglich gemacht haben.

Wir hingegen sind kochem, was soviel heißt wie »in die kochemer Kunst eingeweiht«. Kochem zu seien heißt für uns, daß wir die innere und äußere Seßhaftigkeit verlassen, um neue innere und äußere Gegenden zu entdecken.

Zur unserer kochemer Kunst gehören:

  • Die Fahrtenfähigkeiten (oder Walzgedinge, äußere Fähigkeiten, die während einer Fahrt elementar wichtig sind) wie beispielsweise Orientierung im Gelände, Knoten, geeignete Lagerplätze finden, Lagern, Feuern, Kochen am Lagerfeuer, und ähnliches. Mit Hilfe der Walzgedinge erfahren wir auf Fahrt die Natur als einen Teil des äußeren Lebens.
  • Die musischen Fertigkeiten (oder Aschgedinge, innere Fertigkeiten, die das Gruppenleben bereichern und ferner der Gruppe während der Fahrt helfen, durch Straßenauftritte Geld zu verdienen) wie beispielsweise Singen, Musizieren, Theaterspielen und Pantomime, Malen und Zeichnen, kreatives Schreiben, Tanzen, Jonglieren und ähnliches durch das Erlernen der Aschgedinge erleben wir Kultur als einen Teil des inneren (Er)Lebens

Die Walzgedinge (Walz heißt so viel wie Fahrt) lernen die Kleinsten von uns, die Hutzels, als erstes. Wenn sie diese Grundfähigkeiten verinnerlicht haben, werden diese von den Älteren im Rahmen der Jungpfadfinderprüfung (die Hutzelbuckel) geprüft. Dannach gehören die Hutzels zu den Kochemern Jent (was soviel heißt wie in die Kochemer Kunst eingeweihte Leut). Nach bestandener Hutzelbuckel findet für die Prüflinge die wohlbekannte Räubertaufe statt.

Der gesamte Stamm findet sich einmal im Jahr zur Grantigen Chassne zusammen (was soviel wie große Veranstaltung, eigentlich Raubzug heißt, auch Pfila oder Hela genannt). Ansonsten gehen die einzelnen Chawwarim (Mehrzahl von Chawwarusch, was Räuberbande, also Gruppe oder Sippe bedeutet) mehrmals im Jahr auf Fahrt.

Geschrieben von jan am Montag, 16.10.2006.
Aktualisiert am Montag, 11.02.08